IPSO
Institut für Psychotherapie, Supervision
und Organisationsentwicklung

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79650 Schopfheim
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  Raymund Giebel    

Pubertätsverläufe - Thesen

   
         
         
     

1.Pubertätsverläufe, schwierige bzw. gelungene sind bedingt durch:

Innerfamiliär

a) den Umgang/Erziehung der Eltern/Erziehungsberechtigten der Kinder von Geburt an (Sozialisation)

b) den Umgang des Elternpaares miteinander (Beziehungsqualität)

c) den Umgang der Einzelpersönlichkeiten mit sich selbst (Persönlichkeits- entwicklung)

d) angemessene Bindung und Ablösung

e) die Not - wendigkeit, dass Kinder ihre eigenen, wenn auch schmerzlichen Er- fahrungen, sammeln dürfen; denn "jede" vorweg genommene Erfahrung macht Kinder abhängig, unselbständig, zum Mitläufer, Opfer, Ja - Sager

Außerfamiliär

f) die gesellschaftlichen Entwicklungen (soziale, ökonomische, ökologische - Arbeitslosigkeit, Wohnqualität, Bildungsqualität, Gesundheit/Ernährung....)

Der Weg hin zur Pubertät bestimmt ihre Bewältigung, weniger die Phase der Pubertät selbst!

2. Der Einfluss des Elternhauses / Elternvorbildes nimmt zwischen 11-14 Jahren rapide ab. Der Einfluss der Altersgruppe nimmt im hohen Masse zu.

3. Der Pubertätsverlauf ist bestimmt durch die Möglichkeit , dass die Macht der Kinder/Jugendlichen ihrem Alter/ihrer Entwicklung entsprechend wachsen kann.

4. Nehmen Sie als Eltern möglichst nicht als persönliche Ablehnung, wenn ihre Kinder sich mit ihrem zum Teil rabiaten Verhalten Machtzuwachs erkämpfen. Häufig ist dieses Verhalten lediglich ein krasses Mittel, um den Spagat zwischen "im warmen Nest bleiben wollen" und "ich will erwachsen und eigenständig sein" zu schaffen.

5. Da, wo die Macht der Jugend wachsen kann, ohne dass die Bindung bedroht ist, sind am ehesten altersangemessene Entwicklungen möglich

6. Wird die aufkommende Macht der Jugendlichen mit negativer Zuwendung, Verlassenheitsgefühlen und Instabilität gekoppelt, wird die Phase des Erwachsen werden deutlich belastender erlebt.

7. Pubertät verläuft problematisch, wenn Eltern ihre persönlichen und / oder Paarkonflikte über die Kinder austragen und diese als RetterInnen und/oder Sündenböcke eingesetzt werden.

8. Verläuft Pubertät weniger gelungen, so ist dies ein Ergebnis komplizierter Familienverhältnisse und / oder ungünstiger sozial-ökonomischer Bedingungen.
Schwierige Pubertierende fallen nicht vom Himmel, sie werden dazu erzogen.

   
         
         
         
         
         
         
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